Meine Schmerzgrenze ist erreicht


Ausschnitte aus einem Brief von K.E., 23.3. 2013 – einem Mitstreiter, der vor kurzem aus der SPD ausgetreten ist:

Nach über 30 Jahre SPD-Mitgliedschaft ist meine Schmerzgrenze erreicht, bzw. überschritten. Der letzte Tropfen der das Fass zum Überlaufen gebracht hat ist der erfolgreiche Kampf von Klaus Schmiedel, den armen Beamten-Pensionären in BW die “minimale Pensionserhöhung von fast 6 % für die nächsten 2 Jahren” zu sichern (und das unabhängig von der Besoldungsgruppe). Dies alles zur gleichen Zeit in der wir Rentner erfahren, dass unsere Rente um sagenhafte 0,25 % erhöht wird.
Ich bin der Meinung alle Rentner sollten jetzt parteiübergreifend für einen Parteiaustritt werben, um endlich ein Umdenken in Richtung gerechtere Verteilung der Lasten zu erzwingen.

(Anmerkung G.K.: Der Brief von K.E. zeigt deutlich die Misère, die uns unsere Partei mit der Rentenpolitik und der “Riester-Formel” etc. beschert hat. [Allerdings halte ich selbst nichts von einem Parteiaustritt.] Haben unsere Spitzenleute aus der Misère gelernt? Ich fürchte: Nein. Dazu nachfolgend eine aktuelle Beurteilung zu zwei Punkten im SPD-Ren­ten­be­schluss vom 24.11.2012:)


(Albrecht Müller – Nachdenkseiten, 26.11. 2012)    Beide oben genannten Beschlüsse ["Rente mit 67" in Abschnitt VI. und "Keine Absenkung des Rentenniveaus" im SPD-Rentenbeschluss] führen zu Hängepartien. Die Leute brauchen aber Gewissheit. Jene, die diese absurden Hängepartien durchgesetzt haben, wollen offensichtlich die Unsicherheit, weil damit die Verkaufsargumente für die Agenten der Privatvorsorge erhalten bleiben. Ich will dieses Argument anschaulich machen und zitiere dazu die Einlassung des berühmtesten Lobbyisten der Versicherungswirtschaft, des Professors Raffelhüschen. Er hat vor Ver­sich­er­ungs­ver­tre­tern folgendes gesagt:

„Die Rente ist sicher – sag ich Ihnen ganz unverblümt. (Gelächter unter den Versicherungsvertretern.) Die Rente ist sicher, nur hat kein Mensch mitgekriegt, dass wir aus der Rente schon längst eine Basisrente gemacht haben. Das ist alles schon passiert. Wir sind runter gegangen durch den Nachhaltigkeitsfaktor und durch die modifizierte Bruttolohnanpassung. Diese beiden Dinge sind schon längst gelaufen, ja, waren im Grunde genommen nichts anderes als die größte Rentenkürzung, die es in Deutschland jemals gegeben hat. (…) Aus dem Nachhaltigkeitsproblem der Rentenversicherung ist quasi ein Altersvorsorgeproblem der Bevölkerung geworden. So, das müssen wir denen erzählen! Also, ich lieber nicht, ich hab genug Drohbriefe gekriegt! Kein Bock mehr, irgendwie. Aber Sie müssen das, das ist Ihr Job!“

(Quelle: ARD Sendung „Rentenangst“ – ausgestrahlt am 10.3.2008 im Vormittagsprogramm der ARD)
Den ganzen Artikel von Albrecht Müller lesen:
SPD-Renten-Beschluss stellt den DGB-Vorsitzenden und auch die NachDenkSeiten bloß.


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Eine Antwort auf Meine Schmerzgrenze ist erreicht

  1. Wolfgang sagt:

    ……mein Entschluss steht fest….

    ich verpiss mich langfristig nach Frankreich. Rente mit 60 !!!
    Nicht wie diese Idioten hier mit 67 oder gar mit 70, mit den Politiker Idioten, die sich die Taschen mit der nächsten Diätenerhöhung vollstopfen und zusehen wie das Volk immer ärmer wird.
    Darauf hab ich keinen Bock mehr. Und wenn man dann noch sieht wie ein “Herr” Hoeness das gesamte Volk bescheißt und dann noch von Frau Merkel anerkennend die Hand geschüttelt bekommt…. da weiss man alles, was hier läuft!!!!!

    BESCHEISSEN BESCHEISSEN BESCHEISSEN!

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