Obskur: Bund der Steuerzahler

(wie/dpa – Südwestpresse Ulm, 17.4. 2013)    Experten gingen davon aus, dass sein Land den bislang werthaltigsten Datenträger dieser Art erworben habe, sagte der Mainzer Finanzminister Carsten Kühl (SPD). Gegen den Datenerwerb wandte sich der Bund der Steuerzahler (BdSt). “Steuergeldhinterziehung ist kein Kavaliersdelikt”, sagte René Quante, Geschäftsführer des BdSt Rheinland-Pfalz. “Das entschuldigt aber keine halbseidenen Geschäfte mit kriminellen Datenhehlern.”
Die Äußerung von Herrn Quante ist Anlass genug, den BdSt einmal genauer unter die Lupe zu nehmen:


(Kai Eicker-Wolf / Patrick Schreiner – Nachdenkseiten, 21.01. 2011)
Wessen Interessen vertritt der Bund der Steuerzahler?
Es gibt wohl kaum eine Institution, die so schamlos – aber leider auch so erfolgreich – mit ihrem Namen Etikettenschwindel betreibt. Der Bund der Steuerzahler ist im Grunde eine Tarnorganisation, die knallharte neoliberale Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit im Interesse von mittelständischen Unternehmen und besser Verdienenden betreibt. Auch scheint der Steuerzahlerbund – um es vorsichtig ausdrücken – ein ziemlich unreflektiertes Verhältnis zur braunen Vergangenheit ihres Gründers zu haben. Viele gute Gründe, um den Bund der Steuerzahler und seine politischen Motive bei jeder sich bietenden Gelegenheit ins wahre Licht zu rücken.
Den ganzen Artikel lesen …


(Nachdenkseiten 15.10.2012 und Patrick Schreiner, annotazioni.de 14.10.2012)
FAZ und Bund der “Steuerzahler”: Mit Zahlentricks gegen Steinbrück und gegen höhere Steuern
Wer hätte gedacht, dass es einmal gute Gründe geben würde, den SPD-Kanzlerkandidaten in Schutz zu nehmen. Und doch werde ich genau das im Folgenden tun. Schließlich tritt Peer Steinbrück für eine moderate Erhöhung von Steuern auf hohe Einkommen und Vermögen ein – zwar geringere, als sie sinnvoll und notwendig wären, aber immerhin. Kein Wunder, dass er mit diesen Forderungen nach Steuererhöhungen ins Visier der FAZ und des Bundes der “Steuerzahler” gerät. Deren Argumentation gegen Steinbrück aber ist hanebüchen und unseriös.
Den ganzen Artikel lesen …


Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten auf Obskur: Bund der Steuerzahler

  1. Walter Bersch sagt:

    Nachtrag: Am 26. März 2014 teilte Herr Quante mir mit, dass er wegen der Euro-Politik schon vor geraumer Zeit aus der CDU ausgetreten sei. Jetzt wissen wir Bescheid: weniger europäisch, mehr national.

  2. “Ein Parteibuch habe ich nicht”

    René Quante hat an der FU Berlin Volkswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Finanzwissenschaft studiert. Er arbeitete bei einer PR-Agentur in Berlin, dann als Referent und Geschäftsführer in einem Maklerpool, ehe er wissenschaftlicher Mitarbeiter einer CDU-Bundestagsabgeordneten wurde. “Ein Parteibuch habe ich aber nicht”, betont Quante. Es folgte die Station als Haushaltsreferent in Hannover, ehe er im November 2012 nach Mainz kam.“

    So heißt es im Trierer Volksfreund am 15. Oktober 2013 unter der Überschrift „Steuerzahlerbund mit neuem Chef hart, aber herzlich“

    http://www.volksfreund.de/nachrichten/welt/themendestages/themenderzeit/Weitere-Themen-des-Tages-Steuerzahlerbund-mit-neuem-Chef-hart-aber-herzlich;art742,3673640

    Wie kommt er dann zu folgender Mailadresse?

    rene.quante@cdu-gropiusstadt.de

    Wie kommt er in den CDU-Vorstand?

    http://www.cdu-gropiusstadt.de/index.php?ka=1&ska=2&idn=156

    “Wir sind bissiger geworden”, sagt Quante. Andererseits aber auch gesprächiger.

    Gesprächig ist gut. Vielleicht kann er das mit dem Parteibuch mal aufklären.

  3. Dumm gelaufen Bund der Steuerzahler.
    Herzlich lachen musste ich heute, als ich von der Veröffentlichung des Bundes der Steuerzahler Rheinland-Pfalz zur Römertherme Boppard las. Aufgrund von Hin­wei­sen „besorgter Bürger“ aus Boppard kam ich kurz vor Ablauf meiner 2. Amtsperiode am 31. Juli 2013 zu einem Telefongespräch mit dem Landesgeschäftsführer René Quan­te, der Bürgermeisterwahltermin stand bereits fest. Nach dem Gespräch googelte ich sofort und fand heraus, dass das eifrige Vorstandsmitglied der CDU-Gropiusstadt als Referent des Bundes der Steuerzahler in Niedersachsen durch Strafanzeigen gegen eine SPD-Bürgermeisterin auffiel, wie die Neue Osnabrücker Zeitung am 24. Juli 2011 berichtete. Seine Anzeige ist damals im Sande verlaufen, aber Karriere hat er gemacht. Ab dem 1. November 2012 ist René Quante (34) neuer Geschäftsführer des Bundes der Steuerzahler Rheinland-Pfalz. Ich hatte fest mit irgendeiner Räubergeschichte vor der Bürgermeisterwahl gerechnet. Doch der Wahltermin 6. Oktober 2013 wurde knapp verpasst. Der „Bund der Steuerzahler“ ist schon ein illustrer Verein. Siehe
    http://www.nachdenkseiten.de/?p=8073
    Während sich der Bund der Steuerzahler bisher eigentlich immer mit tatsächlichen Vorgängen der jüngeren Vergangenheit bzw. Gegenwart beschäftigte, ereifert er sich im Fall Boppard über die Zukunft und will die Öffentlichkeit glauben machen, dass die Stadt Boppard „einen Badetempel“ bauen wolle, sozusagen “Steu­er­ver­schwen­dung imaginär”. Dazu kann ich nur sagen: Quatsch. Herr Quante scheint nicht viel Ahnung von einem normalen Schwimmbad zu haben.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>