Kitaplätze: Höchst verärgert


(Leserbrief – Schwäbisches Tagblatt Tübingen, 9.7.2013)
In den Artikeln zum Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz dreht sich fast alles um die Quote. Qualitätsanforderungen an eine gute Begleitung der Kinder wird kaum thematisiert. …
(Anmerkung G.K.: Wenn sich bei der Bezahlung des Personals nichts tut, können unsere “Sparpolitiker” in Bund und Ländern Programme auflegen soviel sie wollen –
es wird kaum besser werden).


Die Autoren dieser Zuschrift sind pädagogische Fachkräfte.

Höchst verärgert
In den Artikeln zum Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz dreht sich fast alles um die Quote. Qualitätsanforderungen an eine gute Begleitung der Kinder wird kaum thematisiert. Darüber sind wir höchst verärgert.

Die Rahmenbedingungen in den Kitas verschlechtern sich zunehmend: Erhöhung der Kinderzahlen bei gleichem Personal, Kürzung der Verfügungszeiten (zur, Vor- und Nach­be­rei­tung der pädagogischen Arbeit, Senkung des Ausbildungsstandards – jetzt können Hebammen nach einer 25-tägigen Schulung als Fachkräfte angestellt werden – können Erzieherinnen im Umkehrschluss im Kreißsaal arbeiten?

Die aufgeführten Verschlechterungen samt der geringen Bezahlung von Erzieherinnen tragen nicht dazu bei, den Beruf zu ergreifen. Bevor Kommunen, Städte und Träger in den nächsten Wochen über weitere Einschränkungen entscheiden, laden wir die betreffenden Personen ein, sich einen Eindruck in einer Kindertagesstätte zu machen. Es ist eben nicht eine Frage von Platzzahlen -es geht vielmehr um die wertvollsten Jahre unserer jüngsten Ge­sell­schafts­mit­glie­der. Wer steht dafür gerade, wenn diese später fragen, warum ihnen qualifizierte Bil­dungs­ein­rich­tun­gen vorenthalten wurden?

Wir arbeiten gerne in unserem Beruf, sehen uns aber zunehmend weniger in der Lage, den hohen Ansprüchen an eine gute Arbeit gerecht zu werden. Umso mehr sind wir darüber empört, wie wenig ernst die Bedürfnisse der Kinder und die Arbeitsbedingungen von uns Fachkräften genommen werden.

Silke Truck, Stefan Käber, Anja Klett, Nicole Hechler, Gabi Schlegl – Tübingen


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