Nach dem Mitgliederentscheid: Und nun?


(Dietram Hoffmann – Leserbrief in “Der Rote Seehas”-147, 14.1.2014)
Also, um mit der Tür ins Haus zu fallen: Ich habe mit nein gestimmt. Ich gehöre zur 24%- igen schwachen Minderheit, die zwar nicht verloren hat, aber deutlich überstimmt worden ist. Ist das ein Grund aus der SPD auszutreten? Nein, und zwar so wenig, wie es ein Grund gewesen wäre, dass Gabriel und die Mitglieder des Verhandlungsteams zurücktreten hätten müssen, wäre die Mitgliederbefragung anders ausgegangen. Es ist auch kein Grund, sich für vier Jahre in den Schmollwinkel zurückzuziehen und zuzusehen, was alles un­so­zial­de­mo­kra­ti­sches von dieser großen Koalition zusammengestümpert wird. Es ist gibt auch keinen Grund für die 76% Mehrheit zu triumphieren, dass jetzt das goldene Zeitalter so­zial­de­mo­kra­ti­scher Politik verbunden mit ein paar konservativen Wermutstropfen angebrochen ist.
()
Ich würde gerne im Herbst 2017 feststellen, meine Ablehnung des Koalitionsvertrags mag aus meiner 2013er Perspektive verständlich gewesen sein, effektiv aber ist es der SPD ge­lun­gen aus einer Niederlage in vier Jahren Mitarbeit in der Regierung aus Nichtwählern der SPD wieder sozialdemokratische Stammwähler zu machen.
“Schau´n wir mal”. (Franz Beckenbauer)
Dietram Hoffmann
Den ganzen Leserbrief lesen …


Anmerkung:
“Der Rote Seehas” wird herausgegeben von der Sozialistischen Bodensee-Internationale“. Diese wurde 1902 gegründet und ist ein Verband von 220 sozialdemokratischen Ortsparteien und Organisationen in der EUREGIO BODENSEE

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten auf Nach dem Mitgliederentscheid: Und nun?

  1. Peter Boettel sagt:

    Wie sagte vor einer Woche beim Treffen von 60+ im Kreis Göppingen ein Genosse: Gysi und Bartsch sind mir am Arsch lieber als Merkel im Gesicht.

    Die angebliche Handschrift der SPD im Koalitionsvertrag wird von den eigenen Leuten, vor allem Gabriel, immer mehr verwässert und hätte in einer rot-rot-grünen Koaltion problemlos umgesetzt werden können.

  2. U. Z. sagt:

    Lieber Dietram Hoffmann,
    gegenwärtig kann ich mir absolut nicht vorstellen, dass ich 2017 wieder zu einem SPD-Wähler werde!
    Zu tief sitzt meine Enttäuschung, um nicht sagen zu müssen “Verachtung” für die Spitze der SPD, die um ein paar Minister- und Staatssekretärsposten die Demokratie in Deutschland mit Füßen zu treten bereit waren. Und das, nachdem noch vor der Wahl vollmundig erklärt wurde, dass “die Ablehnung einer großen Koalition in der SPD breit getragen würde” (Zitat Andrea Nahles). Es geht gar nicht so sehr um die Verwirklichung von SPD-Politik. Da hat Frau Merkel der CDU ohnehin praktisch jedes Thema weggenommen. Es geht um das Fehlen einer starken Opposition. Das ist für unsere Demokratie eine Katastrophe. Man sollte nicht nur an die SPD denken!
    Das Hauptziel im Wahlkampf war, Frau Merkel als Bundeskanzlerin zu verhindern. Und was tut die brave SPD? Sie wählen Frau Merkel für weitere 4 Jahre.
    Nein, das empfinde ich als sowas von korrupt, dass ich lieber gleich CDU wählen könnte.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>