Extremischten!


(Peter Grohmann – KONTEXT: “Wettern der Woche” , 27.12.2014)
 
Immer mehr Menschen fragen sich: Warum ist angeblich die Demokratie nicht nur die bes­se­re, sondern die beste aller Gesellschaftsformen? Wo bleiben die Beweise?
Und wäre es nicht hilfreich, Demokratie hin oder her, wenn es jemanden gäbe, der die Sache in die Hand nimmt? Der auch mal durchgreift, wenn es notwendig ist?
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Genug Quatsch? Dann vergessen wir einfach, dass exakt diese Auffassungen von einem Viertel aller deutschstämmigen Wahlbürger geteilt werden.
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Merke: Der deutsche Feierabendnazi rennt nicht ununterbrochen mit dem Base­ball­schlä­ger durch Vorpommern.
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Dass die Bundesrepublik “in einem gefährlichen Maß überfremdet ist”, finden übrigens im Osten wie im Westen fast 30 Prozent aller Leute, und 11 Prozent meinen, dass der Einfluss “der Juden” auch heute noch zu groß ist.
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Es gibt keinen Trost: Antisemitismus etwa und Ausländerfeindlichkeit gehen Hand in Hand und finden z. B. bei CDU/ CSU, SPD und der Linken rund 20 bis 25 Prozent Befürworter. Ein gutes Viertel aller Demokraten sind womöglich heimliche Extremischten – unglaublich, aber belegt,…
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Peter Grohmann ist Kabarettist und Initiator des Bürgerprojekts “Die AnStifter“.

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Anmerkung G.K.:
Um die Rattenfänger auszubremsen reichen nicht “mehr Aufklärung” (Gysi) oder “Dialog” (Lammert, Gabriel). Es sind schließlich Emotionen im Spiel – Logik ist da machtlos.
“Mehr Gerechtigkeit” wäre sicher hilfreicher, z.B. die “Schere zwischen Arm und Reich” wie­der auf ein erträgliches Maß zurückzuführen – oder die gesetzliche Altersrente nicht weiter zu ruinieren, sondern wieder zu dem zu machen, was sie einmal war – und noch Vieles mehr muss sich in der Politik ändern, damit das fremdenfeindliche Potential nicht weiterhin von Demagogen ausgeschöpft werden kann.


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Eine Antwort auf Extremischten!

  1. Peter Boettel sagt:

    Wie G.K. richtig angemerkt hat, hilft nur eine glaubwürdige, gerechte und den Menschen anstelle dem Kapital dienende Politik, nicht etwa Beschwichtigungen o.ä. Nur auf diese Weise können diejenigen, die mit der Politik unzufrieden sind und von ihr vernachlässigt wurden, von den Nazis ferngehalten werden.

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