Gegen die Verursacher der Flüchtlingströme


Unser aller Zorn muss sich gegen die Verursacher richten
 
Brief an die Organisatoren der Anti-Pegida Demonstration in Stuttgart
(5. Januar 2015, “Die AnStifter e.V.”).


Liebe AnStifter,
wenn sich die Demo gegen die Leute richtet, die zu Pegida-Demos kommen, ist das (vorsichtig formuliert) kurzsichtig.

Begründung:

  • Wenn Menschen Angst vor zu viel Fremden haben und zu viel fremde Kultur und wohin soll das alles führen etc., dann haben sie das Recht dies in öffentlichen Demos mitzuteilen.
  • Sie richten ihre Abwehr aber an die falsche Adresse, denn die Flüchtlinge sind auch bloß arme Menschen.
  • Dass sie ihre Heimat verlassen, hat schwerwiegende Ursachen, wer sonst würde sowas tun?
  • UM DIESE URSACHEN GEHT ES ALSO!

Eine Demo gegen die Leute, die bei Pegida demonstrieren richtet sich also AUCH an die falsche Adresse.
Wenn ein mächtiges Land überall in der Welt auftaucht und andere Länder destabilisiert, für Unruhen und für Bürgerkriege sorgt und so die Menschen zur Flucht aus diesen Verhältnissen treibt, dann muss dieses mächtige Land der Adressat der Demonstrationen sein.
Wenn dieses Land und seine Verbündeten, eine Wirtschaftsordnung durchsetzen, die es Konzernen erlaubt, Schätze anderer Länder auszubeuten und den Gewinn in die eigenen Taschen abfließen zu lassen, eine Ordnung, die es verbietet, die heimischen Märkte für Kleinbauern und Handwerker vor der Konkurrenz der großen Weltkonzerne zu schützen, dann verursacht es große Auswandererströme aus diesen elenden Verhältnissen.
Gegen diese Verursacher der Flüchtlingsströme muss sich der Zorn nicht nur der Pegida-Anhänger, sondern von uns allen richten. Die Flüchtlinge, die Pegida-Mitläufer und wir, die wir für ein friedliches Miteinander sind, wir alle haben denselben Gegener: den VERURSACHER von Flucht.
 
Mit freundlichen Grüßen
Bernhard Meyer
 


Anmerkung G.K.: Die Überschrift “Unser aller Zorn muss sich vor allem gegen die Verursacher richten” fände ich besser. Ich finde den Brief von Bernhard Meyer sehr wichtig. Eine Kundgebung gegen die PEGIDA Demonstranten halte ich trotzdem für richtig. Wer für PEGIDA demonstriert ist fremdenfeindlich. Zu den fast 30% fremdenfeindlichen Mitbürgern (siehe bei “Extremischten”) gehören auch Freunde, Verwandte und nette Kollegen. Sie laufen Rattenfängern hinterher, die “den Islam” für viele Ungerechtigkeiten verantwortlich machen. Wir müssen Freunden und Verwandten auch deutlich klarmachen, dass wir das nicht akzeptieren.
Aber: Bei allem Engagement müssen wir uns auch weiterhin gegen TTIP, CETA und vor allem gegen TISA engagieren.


 
 

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3 Antworten auf Gegen die Verursacher der Flüchtlingströme

  1. Ich finde es richtig, daß gegen Pediga demonstriert wird. Inzwischen haben aber in der Lausitz (zwischen Dresden und Görlitz) auch Teile der Bevölkerung Animositäten und Probleme mit den zweisprachigen Sorben, die seit über 1.400 Jahr dort leben, das ist schon sehr bedenklich.
    Was ich aber viel wichtiger fände, wenn die Demonstranten anstatt für Pediga gegen die Verursacher demonstrieren würden und gegen das Freihandelsabkommen TTIP, CETA und TISA. Es ist ungeheuerlich, was in den Hinterzimmern zwischen Brüssel und Washington im Geheimen ausgehandelt wird, auch mit Unterstützung unserer Regierung und dadurch wird Europa in den Ruin getrieben. Es ist allgemein bekannt, daß die USA nur ihre Interessen sieht. Es ist erschreckend, was für neokapitalistische Kräfte hinter dem Freihandelsabkommen TTIP, CETA und TISA stecken, sowohl bei uns und im besonderen in USA. Sonst würden unsere Politiker und besonders in USA Herr Obama nicht so aufs Tempo drücken. Und wenn man einen Vertrag abschließt, der zum Nachteil Europas führen kann, muß es auch vertraglich gewährleistet sein, diesen wieder zu kündigen, dies ist aber nicht der Fall. TTIP und CETA ist Verkauf an die Großkonzerne wie MONSANTO, DOW CHEMICAL, EXXON (Esso), COCA COLA etc., die dann nicht mehr gerichtlich zu belangen sind. Und was noch gefährlicher ist, daß im Schatten von TTIP und CETA heimlich, still und leise TISA heranwächst. Auch der Dienstleistungssektor soll dereguliert und Privatisierungen im großen Stil ermöglichen, die nicht mehr rückgängig gemacht werden können ebenfalls durch Konzerne, auch US-amerikanische, die dann die öffentliche Daseinsvorsorge über­neh­men wie Bildung, Gesundheit, Wasserwirtschaft etc.. Damit droht dann entgültig die Demokratie außer Dienst gestellt zu werden.
    Ich kann deshalb nur jedem raten, bei “campact”, “attac” oder einer anderen Or­ga­ni­sa­tion gegen das Freihandelsabkommen zustimmen.
    Und die Aussage “UNSER ALLER ZORN MUSS SICH GEGEN DIE VERURSACHER RICHTEN” finde ich nicht nur richtig betr. Pediga sondern auch gegenüber dem Freihandelsabkommen. Wir holen uns ein trojanisches Pferd nach Europa. Das sieht man ja schon bei Vattenfall, die gegen Deutschland klagen wegen Schadensersatz aufgrund der Energiewende in Höhe von 4,1 Milliarden.

  2. Prof. Dr. Hans Dieter Blanek sagt:

    … eben, so ist es!
    Das scheinen unsere Altkanzler und die gegenwärtige ‘Großmutter‘ Europas
    wohl nicht mehr zu verstehen bzw. wollen oder dürfen es nicht mehr.

    Mit freundlichem Gruß
    Hans Dieter Blanek

  3. Winterbauer, Bernd sagt:

    Die Möglichkeit gegen TTIP, Ceta und TISA ist es an den Kampagnen von
    Campact teilzunehmen im mindesten!
    UND Druck auf die lokalen Politiker und Herrn Gabriel!!

    Gut wäre selbst für die Befürworter:
    Es darf nicht unwiderrufbar sein, eine Kündigungsklausel sollte unbedingt her!!!

    Bernd Winterbauer

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