Klaus Riedels Aufruf: Blick nach vorne


(Klaus Riedel – SPD-Waiblingen, 2. April 2016)
Die Landtagswahl 2011 hat für die SPD Baden-Württemberg bereits ein sehr schlechtes Ergebnis gebracht. Dies wurde von den führenden Leuten offensichtlich weder erkannt, noch hat man innerparteilich diese Wahl aufgearbeitet. Der „Rausch des Mitregierens“ und der „Sturz von Mappus“ hat alles verdrängt und den Blick auf die Realität verstellt. Die „Futtertröge der Macht“ waren zu verlockend. Auch das Ergebnis der Bundestagswahl 2013 war nicht berauschend. Es trat jedoch derselbe Effekt ein: Das Mitregieren im Bund war wichtiger.

Heute nun steht die SPD im Bund bei nicht einmal bescheidenen 25% Wählerzuspruch.

Was tun oder ist guter Rat teuer? Alle, oder besser gesagt, wer noch Interesse an einer linken, sozialdemokratischen Politik für die Zukunft hat, sollte diese wenigen Zeilen, in denen längst nicht alles benannt wurde, kritisch diskutieren, kritisieren oder noch besser ergänzen. Das Geschwätz von der Eroberung so genannten „politischen Mitte“ muss ein Ende haben.

So lange wie es in unserer Partei nach dem Motto „Weiter so“ läuft und die parlamentarisch Verantwortlichen nur „ihre“ Politik machen, ohne eine Rückkopplung in die Partei und ihre Wähler hinein, so lange wird die Glaubwürdigkeitskrise nicht überwunden und die SPD wird eine lange Durststrecke gehen müssen. Sie wird noch mehr Mitglieder verlieren und vielleicht den Charakter einer Volkspartei vollends verlieren.


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3 Antworten auf Klaus Riedels Aufruf: Blick nach vorne

  1. Ekkehard Trautwein sagt:

    Wie recht er doch wieder einmal hat, der Klaus Riedel, ein paar Anmerkungen/Ergänzungen:
    -Wenn der Wähler wieder weiß, wofür wir stehen, wird er uns auch wieder vertrauen.
    -Seit Schröder fehlt uns ein sozialdemokratisches Leitbild; der “Futtertrog der Macht”war näher und verlockender, als sich mit den Ursachen der Verluste zu beschäftigen um zukünftig wieder als eine “glaubwürdigere” Partei wahrgenommen zu werden.
    -Wenn Klaus glaubt, dass diese “Ein-Mann-Show” nur in BW funktionierte, irrt er. Inhalte -mögen sie noch so glaubwürdig sein- werden immer noch vorrangig von Personen transferiert und postiert. Viel wichtiger wäre es, die Merkmale, Charaktereigenschaften eines Politprofis zu hinterfragen und gegebenenfalls zu “korrigieren”. “Personaldebatten führen uns nicht weiter” (Aussagen der meisten führenden Politiker nach einer verlorenen Wahl). Wie lange wollen wir den programmatischen Wackelpudding unseres Parteivorsitzenden noch mittragen?
    -Wo es an Zukunftskonzepten fehlt, wächst die Neigung sich an Bewährtes zu klammern; es fehlen die “Visionen von Hermann Scheer.

  2. Jürgen von Sieg sagt:

    Zu dem von der SPD zu entwickelnden Programm schreibt Riedel: “sozialkritisch (muß es) deshalb (sein), um auf Dauer DIE LINKE überflüssig zu machen…”.
    Mich stört an dem Ausspruch der darin erkennbare Hochmut, der überhaupt nicht zur Kenntnis nimmt, daß die SPD bei 15 % im Land und bei 25 % im Bund in der Wählergunst steht. Da gebietet die Vernunft, daß man potenzielle Bündnispartner für eine Übernahme politischer Macht nicht jetzt schon vor den Kopf schlägt, noch bevor wenigstens in Ansätzen eine Erholung der SPD sichtbar geworden ist. Vielmehr wird diese Erholung, so sie überhaupt in Ansätzen sichtbar wird, über eine rot-rote Zusammenarbeit führen müssen. Riedel sollte seinen frivolen Gedanken für die Zeit zurückstellen, wenn die SPD auf eine Rückkehr zur absoluten Mehrheit hoffen kann. Bis dahin wird es aber noch lange dauern.

  3. Peter Boettel sagt:

    Ich finde den Aufruf prinzipiell gut, habe aber noch einige Ergänzungs-/Änderungsvorschläge, die ich demnächst an Günter Klepser schicken werde.

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