“Postfaktisch?“ Was soll denn nun dieser Unsinn schon wieder?


(Jens Berger – Nachdenkseiten, 23. November 2016)

Egal ob es um Donald Trump, den Brexit oder jedes x-beliebige Thema geht, das dem politischen und medialen Establishment nicht in den Kram passt: Für unsere Pa­pa­geien­jour­na­lis­ten ist das jetzt alles „postfaktisch“. Soll man darüber jetzt lachen oder weinen? Mit solch albernen Wortspielereien werden die Massenmedien den Verlust ihrer Deutungshoheit auch nicht kompensieren können. “Postfaktisch” ist vor allem die Politik der Bun­des­re­gie­rung. Und das schon seit langem.
Von Jens Berger

Zwischen den Zeilen heißt „postfaktisch“ eigentlich nur, dass das Establishment erkannt hat, dass es die politischen Debatten der Gegenwart nicht mehr auf Sachebene führen kann, weil es faktisch die schlechteren Argumente hat. Immer mehr Menschen haben erkannt, dass der Neoliberalismus 99 Prozent Verlierer produziert und sie selbst dazu gehören. Sie glauben nicht mehr, dass man ganze Volkswirtschaften durch eine Kürzungspolitik sanieren kann. Immer mehr Menschen glauben auch nicht mehr daran, dass unser „freier Westen“ sich gegen einen „aggressiven Putin“ verteidigt und dass wir weltweit unsere Töchter und Söhne in Kriege schicken, in denen es um Frauen- und Menschenrechte gehen soll. Und weil all diese „Fakten“ nicht mehr geglaubt werden, leben wir nun in „postfaktischen“ Zeiten? Wenn das so ist, dann oute ich mich hiermit als Fan des „Postfaktischen“.


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